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Allgäu Triathlon – Mein erster Half-Ironman!

Dieser Moment, wenn all deine Lieben im Ziel auf dich warten und stolz auf dich sind…unbeschreiblich!! Allein dafür würde ich so etwas Verrücktes wie einen halben, vielleicht sogar irgendwann einen ganzen Ironman immer wieder machen. Sogar ein paar Tränchen bei meiner Freundin Christina sind geflossen, was einfach nur unbeschreiblich rührend war 💕 Ich selbst konnte den „Erfolg“ ein paar Tage lang aber gar nicht so richtig genießen, denn ich hatte mir nach all dem Training schon etwas mehr von meiner ersten Half-Ironman-Distanz erhofft. Aber in Anbetracht der Umstände muss ich heute zugeben, es war absolut okay 👌 Doch alles der Reihe nach.

Nach einem super schönen und stimmungsvollen Swim in die Allgäuerische Morgensonne ging es nach 36 Minuten auf meine Lieblingsdisziplin 🚴🏻‍♀️❤️ Wie immer konnte ich mich auf meine Beine verlassen, allerdings hatte ich mich auch hier bewusst etwas zurückgehalten und bin die 1.300 Höhenmeter entspannt angegangen. Somit war es am Ende auf den beiden Runden „nur“ ein 27,5er Schnitt. Doch ich hatte immer die 20 Kilometer 🏃🏻‍♀️ im Blick und einfach Schiss, mich zu sehr an den Bergen zu verballern.

sportograf-133329833.jpgNachdem die Radstrecke endlich absolviert war – die 84 Kilometer und 1300 Höhenmeter waren am Ende schon etwas zäh und langwierig – ging’s auf die 20 Kilometer 🏃🏻‍♀️ Ich lief los und schon nach der ersten Kurve warteten die Family und der 💓 Mann, die in dem Moment unfassbar motivierend auf mich eingewirkt haben. Die Beine waren aber auch so richtig gut 😊 Ich bin’s dennoch langsam angegangen, wollte nicht überpacen. Hab brav weiter wie geplant Gels genommen und jede Versorgungsstation mit Schwämmen und Wasser mitgenommen. Und dann merkte ich nach ca. 4,5km, dass die Hitze und die damit verbundenen 34 Grad langsam aber sicher auf Kopf und Körper hinunterbrannte. Ich nahm etwas raus, lief eher am Rand des Weges und machte Platz für die schnelleren Männer. Und dann war da dieser eine Moment der Unaufmerksamkeit. Ich kam mit dem linken Fuß vom Weg ab und knickte in den Graben um. So sehr, dass ich auf den Asphalt fiel wie ein zusammenfallendes Kartenhaus. Autsch 😖 Knie blutig und Knöchel kaum bewegbar. In der gleichen Sekunde noch war für mich klar, dass der Wettkampf für mich vorbei war.

Doch ich wollte nicht einfach so kampflos aufgeben. Dafür hab ich mich nicht monatelang vorbereitet.

sportograf-133353162.jpgNach dem doofen Sturz lag ich erstmal gefühlte 5 Minuten im Graben und fühlte nach und nach, wo es weh tat. Das Knie war am offensichtlichsten, es sabberte Blut, schmerzte aber kaum. Der Fuß allerdings schon…ich bin ordentlich umgeknickt und konnte ihn kaum noch bewegen. Ein netter Herr auf der Strecke half mir auf und ging mit mir ein Stück. Das war so nett von ihm und ist mitten im Wettkampf nicht selbstverständlich 🤗 Jedenfalls kreisten zwei Gedanken in meinem Kopf: Entweder ich lass es sein und spaziere jetzt zurück oder ich versuche irgendwie das Ding zu Ende zu bringen. Weil meine Lieben im Ziel warteten und ich es außerdem unbedingt mir selbst beweisen wollte, hab ich mich fürs weitermachen entschieden.

Das Adrenalin hat wohl dafür gesorgt, dass es irgendwann wieder einigermaßen rund lief.

sportograf-133336275.jpgAllerdings sehr langsam und auf Schonhaltung. Schon sehr bald ging es nur noch ums Ankommen und um keine Zeit mehr. Die war mir sowas von egal. Letzte Hürde war noch der berühmte Kuhsteig. Zwar steil und voller Wurzeln und dicken Steinen, jedoch standen meine Lieben dort und haben mich so laut den Berg hochgeschoben, dass dies irgendwie auch noch ging. Die letzten 40 Minuten danach waren aber einfach nur eine Qual. Bin sechs mal gegangen. Furchtbar 😝 Aber ich sagte mir immer wieder, du kannst es, du schaffst es, stell dich nicht so an, alle warten doch auf dich! Und dann endlich: Nach genau 6 Stunden fiel alle Last von mir und ich genoss den Zieleinlauf 🙏 Daniel Unger begrüßte mich mit einem High5 und alle kamen auf mich zu und drückten mich ganz fest.

Jetzt verstehe ich, warum viele Menschen deshalb immer und immer wieder Wettkämpfe bestreiten. Diese Momente sind unbezahlbar.

sportograf-133344273.jpgUnd heute, zwei Wochen danach, realisiere ich langsam den Erfolg hinter dem ganzen Projekt. Vor einem Jahr noch hatte mir mein Orthopäde das Laufen verboten und mein damaliger Trainer meinte sogar bis vor einem halben Jahr, dass mehr als eine Sprint-Distanz bei meinem schlechten athletischen Zustand nicht drin wäre. Falsch gedacht Ihr Pfeifen! Denn man kann ALLES schaffen, wenn man es wirklich WILL. Jetzt weiß ich, dass ich mich von niemandem mehr ausbremsen lassen werde und dass niemand mir mehr sagen kann, dass ich etwas nicht kann. Allein dafür war es für mich die bisher schönste Erfahrung in meinem jungen Sportler-Leben. 😍

 

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