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Erdinger Triathlon – Saisoneinstieg mit neuer Bestzeit

Das war er also, der Erdinger Triathlon, und damit Auftakt-Wettkampf in die Saison 2018. Und wie das ja oftmals bei ersten Rennen im Jahr so ist, kommt es anders, als man denkt. Entweder man ist extrem überrascht, dass man doch schon so fit ist und alles prima läuft, oder aber man stellt erschreckend fest, wo man in den nächsten Wochen noch feinjustieren und im Training aufholen muss. In meinem Fall habe ich irgendwie beides erlebt. Doch eins nach dem anderen.

Eine fast perfekte Vorbereitungszeit

Das Training in den letzten 2 bis 3 Monaten lief erstaunlich gut: Ohne größere Wehwechen und ohne zeitlichen Stress konnte ich über viele Wochen hinweg regelmäßig schwimmen, radeln, laufen und Gymnastik bzw. Stabi machen. Ich habe mich mehr oder weniger an den Trainingsplänen im Triathlon-Magazin orientiert und zusammen mit meinem Freund für mich angepasst. Mein Freund ist echt super: Er hat jahrelange Sport-Erfahrung und ein gutes Gespür dafür, wie (m)ein Körper auf verschiedene Trainingsreize anspringt. Er ist auch regelmäßig derjenige, der mich zu mehr Pausen zwingt und schwupsdiwups, kam ich verletzungsfrei durch die vergangenen Belastungswochen und konnte mich vor allem beim Schwimmen und Radfahren nochmal steigern. Einzig das Laufen ist nach wie vor meine Schwachstelle. Im Laufe der letzten 3 Jahre hat mein Körper gesundheitlich immer wieder Aufs und Abs erlebt und eine hartnäckige Verletzung am Knöchel ließ über viele Monate gar nicht zu, auch nur daran zu denken. Und jetzt, wo gesundheitlich wieder alles im Reinen ist, komme ich einfach nicht mehr so richtig rein und bin immernoch langsam wie eine Schnecke. Wo früher am Ende eines „flotten 10ers“ gut und gerne 42 Minuten standen, sind es heute manchmal über 60…doch aufgeben war noch nie eine Option für mich! Deshalb bleibe ich dran und versuche Stück für Stück in mich hinein zu horchen, was geht und was nicht. Und so auch in den letzten Wochen.

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Ich hasse Tapering

Nach dem Trainingslager in der Toskana, einem Trainings-Wochenende am Gardasee und vielen sonnigen Einheiten im Münchener Umland mit Freunden hieß es dann vorige Woche: Beine still halten. Und das hasse ich einfach wie die Pest. Vor allem kommen in der Ruhe oftmals neben Demotivation und Trägheit dann doch noch irgendwelche Zipperlein zu Tage. So wie diesmal auch wieder – mein hinterer Oberschenkel hat mir ernsthaft Sorgen gemacht. Von heute auf morgen hat es gezogen und nur mit viel Rollen, Dehnen und Retterspitz Cremen ist es ein wenig besser geworden. Aber selbst am Renntag hab ich den doofen Muskel noch gemerkt. Gott sei Dank aber nur noch ganz minimal, sodass ich mich im Großen und Ganzen recht fit und gut vorbereitet gefühlt habe.

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Raceday

Und dann kam er auch schon, der kribbelnde Moment unmittelbar vorm Start. Ich persönlich mach mir ja immer beinahe in die Hosen vor Aufregung, doch mir tut das gut – es lässt mich ganz auf mich selbst konzentrieren und mein Körper ist schon so angespannt, dass er fast platzt vor Tatendrang. Andererseits blende ich auch vieles um mich herum komplett aus, sodass ich von der tollen Stimmung und meinen lieben Begleitern gar nicht so viel mitbekommen habe. Klar hat man sich unterhalten, umarmt und auch gelacht, doch ich kann mich ehrlich gesagt kaum noch daran erinnern, was vorm Start alles passiert ist. An was ich mich aber erinnern kann, ist die Freundlichkeit der Helfer vor Ort und die reibungslose Organisation des Check-ins. Und dass ich mich beim Einschwimmen richtig gut gefühlt habe, auch wenn mich das am Morgen verkündete Neo-Verbot anfangs etwas skeptisch gemacht hat. Dass mir dies jedoch sogar in die Karten spielte, habe ich erst direkt nach dem Startschuss gemerkt. Denn das Wasser war wirklich angenehm warm und ich konnte mir direkt einen guten Platz rechts außen sichern, an dem ich schon nach wenigen Sekunden meinen Rhythmus finden konnte. Ich fühlte mich freier und beweglicher ohne Neo und konnte an einigen langsameren Mädels agiler vorbeizischen. Das hat richtig Spaß gemacht und selbst der lange Landgang von fast 200 m hat mich kaum gestört. Im Gegenteil! Am Rand standen so viele Menschen und haben einen so toll angefeuert, dass die zweite Runde sogar noch besser lief. Nun war ich richtig angestachelt, an diesem Tag wirklich Gas zu geben. Für’s nächste mal aber kann ich mich ruhig ein wenig weiter vorne einordnen, denn das viele Überholen hat Zeit und natürlich auch Kraft gekostet. Aber egal: Nach knapp 30 Minuten und 1700 m inkl. Landgang stieg ich erleichtert aus dem Wasser und freute mich schon riesig auf meine Lieblingsdisziplin, dem Radfahren.

IMG_1493Und die lief, wie mehr oder weniger zu erwarten war, unspektakulär und gut. Es ging auf zwei Runden á 20,75 km mit süßen 121 Höhenmetern ins Erdinger Umland. Viele bessere Schwimmerinnen und sogar einige Männer konnte ich ohne größeren Kraftaufwand überholen und über 30 Plätze wieder gut machen, sodass ich nach 1:10 h und 41,5 km schon wieder in der Wechselzone war. Hui das ging schnell vorbei! Sogar schneller, als meine lieben Begleiter dachten, denn die waren noch am Kaffee trinken, weil sie dachten, ich komme erst später zurück 😀 Aber wie gesagt, war die Strecke super flach und konnte wirklich bolzen.

Der zweite Wechsel verlief dann genauso reibungslos wie der erste und mit den Gedanken „ist ja gleich vorbei, nur noch bisschen rennen“ bin ich auf die Laufstrecke gewackelt. Wie immer fühlten sich die ersten paar hundert Meter wie auf rohen Eiern und soooo langsam an, obwohl man meist sogar viel zu schnell anläuft. Doch das habe ich in den letzten Wochen immer wieder geübt, sagte ich mir, und versuchte, auch hier schnell meinen Rhythmus zu finden. Was mir aber leider nicht gelang. Denn schon nach knapp 1 Kilometer tauchte plötzlich ein fieses Seitenstechen auf, dass bis Kilometer 8 (!) nicht wegging und mich zu 3 oder 4 Gehpausen gezwungen hat. Das war’s, dachte ich, meine Wunschzeit von 2:45 h kann ich wohl vergessen. Aber mitten in einer Gehpause holte mich dann Alex ein, ein richtig guter Triathlet, den ich von Instagram kenne. Er war lieb, fragte, was los war und machte einige Schritte langsamer für mich, um mich aufzumuntern. Er war es, der mich dazu motivierte, trotz Krämpfen im Bauch durch das Seitenstechen weiterzulaufen und mich irgendwie doch ins Ziel zu schleppen. Aber die Luft war raus, selbst als das Seitenstechen irgendwann langsam nachließ. Es hat zu viel Kraft gekostet. Ein drittes und letztes Gel bei Kilometer 5 oder 6 hat dann nicht nur mich, sondern doch noch meine Wunschzeit gerettet. Denn dann kam endlich der Zieleinlauf!! Und ich konnte es kaum glauben, es standen 2:39 h auf der Uhr! Doch das war ganz egal, denn auf einmal standen dort Massen von Menschen und in der Menge entdeckte ich auch wieder meine Lieben. Von da an war ich einfach nur glücklich. Ich hörte nur noch Klatschen und „Saraaaaahhh!!!“ rufen, der Schmerz war weg. Dieser Moment war unfassbar schön und die beste Belohnung, die man sich nur wünschen kann.

IMG_1527Heute, ein paar Tage nach dem Triathlon, denke ich natürlich ständig darüber nach, woran es beim Laufen wohl gelegen haben könnte. Es gibt viele Theorien, von ungewohnter Aeroposition auf dem Rad über zu wenig Energie- oder Wasseraufnahme bis hin zum simplen „Veratmen“ ist alles dabei. Doch ganz egal was es nun genau war – Fakt ist, dass ich beim Laufen noch einiges aufholen muss, bevor es dann im August auf die erste Mitteldistanz im Allgäu geht. 2 Monate hab ich jetzt noch Zeit und ab nächster Woche geht’s wieder richtig los mit Training. Wieder ein neues Ziel. Nämlich ankommen. Einfach nur ankommen. Bei dem Gedanken an 1500 Höhenmeter auf 84 km und einem Halbmarathon danach wird mir im Moment noch schlecht, doch dasselbe habe ich letztes Jahr um die Zeit auch von einer olympischen Distanz gedacht. Ergo: Immer schön positiv bleiben und an sich glauben, dann kann man ALLES schaffen 🙂

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