Allgemein, Training, Triathlon

Welche Fehler ich nach meinem ersten Triathlon nicht mehr machen will

Ein chinesisches Sprichwort besagt:

Wer einen Fehler gemacht hat und diesen nicht korrigiert, begeht einen zweiten.

Da ist schon was Wahres dran, denn wenn man weder aus seinen Fehlern lernt, noch auf gut gemeinte Ratschläge hört, dann fliegt man unwiderruflich auf die Nase. Das ärgert nicht nur, sondern demotiviert und sorgt für Selbstzweifel.

Ich bin selbst auch noch Wettkampf-Neuling – vor allem im Triathlon und auf der Halbmarathon-Distanz (habe früher meistens 10er gemacht). Beides habe ich kürzlich das erste mal gemacht. Beides lief – sagen wir mal – semioptimal. Denn ich habe mich einfach zu wenig wettkampfspezfifisch vorbereitet. Sowohl, was das Training , als auch die Ernährung betrifft. Zu wenig lange Läufe, zu wenig intensive Läufe, zu wenig Schwimmtraining im Freiwasser, zu späte und vor allem (für mich) falsche Energiezufuhr, zu wenig Gelassenheit….nur um mal ein grobes Bild zu geben.

DSC_0328Um das Risiko von (weiteren) Enttäuschungen zu reduzieren, habe ich mir vorgenommen, alle Punkte, die ich selbst beeinflussen kann, so gut wie möglich für’s nächste Mal vorzubereiten und im Griff zu haben.

Dazu gehören: 

  • Über das Ziel hinausschießen: Wir wählen ja meistens eine höhere Renngeschwindigkeit, als wir gewohnt sind, bzw. trainiert haben. Dadurch ist die Belastung des Wettkampfs höher und entspricht unter Umständen nicht dem Trainingszustand. Folge sind ggf. Leistungseinbruch und Magen- Darmprobleme. Daher sollten wir uns trotz Motivation im Rennen nicht zu arg übernehmen und immer nochmal ein paar Körner übrig lassen.
  • Vergessen, den Wetterbericht zu lesen: Es ist wichtig, die Außentemperatur auf der Rechnung zu haben. Sowohl hohe, als auch niedrige Temperaturen ziehen unterschiedliche Strategien, was Kleidung, Versorgung, Pace etc. anbelangt, nach sich. Nichtbeachten führt zu teils starken Leistungseinbußen bis hin zur Aufgabe.
  • Schon lange bekannt aber trotzdem zu betonen – etwas Neues im Wettkampf ausprobieren: Egal, was, sei es Material oder Ernährung – man sollte nie im Wettkampf etwas komplett Unerprobtes einsetzen.
  • Oberflächlicher oder gar kein Material-Check vor dem Rennen: Verhinderbare Pannen sind die Folge.
  • Die Ernährungsstrategie wurde vor dem Wettkampf nicht erprobt bzw. ist nicht an den Athleten und sein Training angepasst.
  • Energie wird zu spät oder gar nicht nachgeführt.
  • Die Versorgung am Wettkampftag ist zu eiweißhaltig, zu fett, zu ballaststoffreich.
  • Wettkampfspezifische Besonderheiten im Regelwerk sind nicht bekannt, z.B. weil Inhalte der Wettkampfbesprechung oder Wettkampfinformationen nicht bekannt bzw. ingnoriert werden. Das ist nicht nur peinlich, sondern kann auch zu Zeitstrafen oder sogar zur Disqualifikation führen.

DSC_0563Diese Punkte decken mal grob die Basics ab. Im nächsten Schritt ist es wichtig, die Ernährung zu personalisieren. Allgemeine Ratschläge sind gut, aber jeder Athlet ist anders und was für den einen funktioniert, muss nicht zwangsläufig für mich selbst funktionieren. Mein Freund beispielsweise kann Gels ohne Ende nehmen, mir wird schon nach einem halben schlecht. Deshalb muss ich mir einen anderen schnellen Energielieferanten suchen, den ich besser vertrage und runterkriege. Probieren kann man das vor allem in intensiven Einheiten, die in Richtung Wettkampftempo gehen.

DSC_0246Was aber das Allerwichtigste ist: FLEXIBILITÄT! Es ist unverzichtbar, einen guten Plan im Gepäck zu haben, aber es ist ebenso unverzichtbar, in der Lage zu sein, den Plan zu modifizieren und flexibel zu reagieren, falls während des Rennens irgendwelche unvorhergesehenen Probleme auftauchen. Das bringen wahrscheinlich Wettkamperfahrung und so viel wie möglich spezifisches Training – beispielsweise via Wechselzonentraining oder Schwimmen im Freiwasser. Unter anderem diese beiden Punkte habe ich kaum probiert vor meinem ersten Triathlon – und es ging eben in die Hose. Aber ein Jan Frodeno ist schließlich auch nicht bei seinem ersten Wettkampf Weltmeister geworden 🙂

 

 

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