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Wenn Diäten Knochen brechen

Ein schlanker Körper ist nicht nur schön. Ein schlanker Körper ist ein Muss. Fast jedes Mädchen und junge Frau hat schon mindestens eine Diät ausprobiert, um den Schönheitsidealen der heutigen Gesellschaft zumindest ansatzweise nahe zu kommen. Die meisten scheitern daran. Einige schaffen es. Manche übertreiben es. Zu denen gehöre ich. Und jetzt habe ich den Salat. 

Wenn aus schlank untergewichtig wird, kann dies auf Dauer schwere Folgen für den Körper haben. Genauer gesagt für die Knochen. Und damit auch für die Lebensqualität. Von der sportlichen Laufbahn mal ganz zu schweigen. Denn wer dauerhaft zu wenig wiegt und gleichzeitig viel Sport treibt, erhöht nicht nur das Risiko, an einer Osteoporose zu erkranken, sondern fördert auch Knochenbrüche bzw. Stressfrakturen und macht seinen Körper auf Dauer kaputt.

Warum ich euch das erzähle.

Weil ich dumm war und es nicht besser wusste. Und weil Osteoporose bei jungen, sportlichen Frauen bislang nur wenig erforscht ist. Und weil ich jedes Instagram-Selfie-Perfectbody-Fitness-Girl vor dem bewahren möchte, was mich nun schon seit fast 1 Jahr verfolgt. Was einem im Sozialen Netz erst mal Likes und Anerkennung einbringt, gibt einem im wahren Leben später gebrochene Knochen und Unfruchtbarkeit zurück. Klingt hart, ist aber leider Realität.

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Selbst ein lockerer 10er ist seit Monaten nicht drin. Warum? Weil die Knochen zu weich sind, als dass sie hohen Belastungen standhalten können. Wie gesagt wusste ich von dem Risiko nichts und trainierte weiter und weiter. Bis sich schmerzhafte Ödeme in den Sprunggelenken bildeten und mir ein Überlastungsbruch nun ganz die Freude am Laufen nahm.

Untergewicht und Sport bedeuten Raubbau am Körper. 

Untergewichtige haben geringere Fettreserven, die natürlich dann nicht zur Verfügung stehen können, wenn sie bei einer Anstrengung gebraucht werden. Um dennoch Energie bereitstellen zu können, behilft sich der Körper damit, indem er sich die Energie anders holt. Dabei werden Azeton und Ketonkörper im Blut frei. Diese sind dafür verantwortlich, dass der Körper übersäuert. Um der Übersäuerung entgegenzuwirken, benötigt der Körper Kalzium. Da Knochen die größten Kalziumspeicher im menschlichen Körper sind, wird das benötigte Kalzium den Knochen entzogen. Knochen wird abgebaut und die Knochendichte nimmt ab. Dadurch wird der Knochen geschwächt und instabiler. Außerdem passiert es leider häufig im Rahmen von Diäten, dass man sich zu einseitig ernährt und dadurch noch zusätzlich zu wenig an benötigten Mineralstoffen aufnimmt.

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Chronisches Untergewicht führt nämlich zu einem dauerhaft niedrigen Östrogenspiegel. Das wiederum kann negative Auswirkungen auf die Knochendichte haben und das Osteoporose-Risiko erhöhen. Gefährlich wird es für Frauen, wenn der Body-Mass-Index (BMI) dauerhaft unter 20 sinkt. Was dauerhaft heißt? Nun ja, ich hatte über 3 Jahre hinweg einen BMI von knapp 16. Ein Anhaltspunkt dafür, dass das Gewicht zu niedrig ist, kann die ausbleibende Monatsblutung sein. Für einen regulären Zyklus braucht eine Frau einen Körperfettanteil von ca. 15 Prozent. Ich hatte zeitweise 8.

Medikamente allein reichen nicht. 

Es gibt unzählige Mittel und Wege, um Osteoporose vorzubeugen und sie zu behandeln. Ich selbst stecke mitten drin und das seit Monaten. Das wird schon wieder, sagen die Ärzte. Hoffen wir das Beste. Nach jahrelangem Schönheitswahn denke ich heute: Ein schlanker Körper ist zwar schön. Doch ein gesunder Körper ist mein Kapital. Meine Eintrittkarte in ein langes, gesundes Leben. Der Kopf hat heute schon mal die richtige Einstellung. Jetzt muss der Körper nur noch folgen.

Ich halte euch auf dem Laufenden. 

Und bis dahin, bitte stellt euch folgende Fragen, reflektiert euch selbst und lasst euch ggf. beim Frauenarzt und Orthopäden durchchecken:

  • Wie viel wiege ich aktuell bzw. was liegt mein BMI unter 18,5?
  • Und vor 1 Jahr?
  • Habe ich z.B. durch Sport und/oder Ernährung viel abgenommen?
  • Was ist mein KVA und wie lange schon?
  • Bekomme ich regelmäßig meine Periode?
  • Leide ich manchmal nachts unter Schweißausbrüchen?
  • Habe ich oft Gliederschmerzen?
  • Habe ich manchmal Schmerzen in den Füßen, z.B. beim Laufen?
  • Anlaufschmerzen nach langem Sitzen/Liegen?
  • Bin ich weniger als 30 Minuten täglich in der Sonne?

 

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