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Meine neue Milchfreiheit

Als ich mich vor einem Monat dazu entschieden habe, soweit wie möglich auf Milchprodukte zu verzichten, kapierte ich noch nicht, was das eigentlich für einen Quark-Junkie wie mich bedeutet: Weder Joghurt noch Quark ins morgendliche Müsli, keine Buttermilch als Snack zwischendurch, keinen Parmesan auf Pasta oder gar Feta in den Salat. Selbst Kuchen oder andere Süßspeisen sind weitestgehend tabu, was mir jedoch leicht fällt, da ich eh keine „Süße“ bin. Doch was wirklich weh tut, ist der Verzicht auf Sportlers liebste Allzweck-Futter-Waffe: Hüttenkäse! Es gibt nichts, absolut rein gar nichts, was den köstlichen Böbbelkäse ersetzen kann. Und überhaupt wirken die meisten „Alternativen“ im Bioladen (und immer mehr auch in Discountern) auf mich eher abschreckend als appetitanregend. Fermentierter Soja als Frischkäse- oder Quarkersatz? Überteuerten Hanfjoghurt oder komische Reismilchdrinks? Pizzakäseerstaz? Oh man. Veganer können mir erzählen, was sie wollen, doch fast alles, was einem Milchprodukt nachempfunden werden soll, schmeckt einfach nach Pappe. Da kann man noch so viel Flavourdrops reinkippen (was ja auch nicht mehr der Idee eines healthy lifestyle entspricht) – an einen frischen Joghurt von Landliebe kommt einfach nichts ran.

Die Menge macht das Gift 

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Nagut, aber Jammern bringt an dieser Stelle natürlich nichts, denn ich habe mich schließlich freiwillig zu dieser Ernährungsumstellung entschieden. Einfach weil meine Ärzte wie auch mittlerweile ich selbst davon überzeugt sind, dass ich eine Zeit Milcheiweiß aus dem Weg gehen sollte. Wer meinen Blog zuletzt mitverfolgt hat oder mich kennt, weiß auch warum. Hier habe ich mich zum Beispiel neulich damit beschäftigt, ob man es mit dem Eiweißkonsum maßlos übertreiben kann. Und mein Körper sagt heute: Ja, man kann und tut man es zu lange, drohen Konsequenzen. In meinem Fall ein völlig übersäuerter Magen, entzündete Gelenke und weiche Knochen, die durch hohe sportliche Belastungen Stressödeme in den Sprunggelenken eingelagert haben. Ich habe meine Knochen aufgrund sehr Eiweiß-lastiger (und damit einseitiger) Ernährung aber nicht nur unzureichend mit elementaren Nährstoffen wie Vitamin D versorgt, sondern ihnen auch einen ordentlichen Kalzium- und Magnesiumentzug verpasst, was ein wichtiger Bestandteil stabiler Knochen ist. Nun ist Milch zwar eine optimale Kalziumquelle, doch bei einem zu hohen Konsum übersäuert der Köprer und zieht sich wiederum Kalzium aus den Knochen, um die Säure zu neutralisieren. Das heisst kurz und knapp: Eine zu hohe Eiweiss-Zufuhr führt zu Mangelzuständen und greift Knochen an. Total komplizierte Sache, die in diesem Artikel sehr gut erklärt wird.

Wie eine alte Frau

Long story short: Ich komme seit Monaten daher wie eine Oma mit Osteoporose und werde zur Zeit auch wie eine behandelt. Wir jagen meinen Östrogenspiegel künstlich hoch, ich nehme hochdosiertes Vitamin D, Kalzium, Magnesium und Basica (für den Säure-Basen-Haushalt) und bekomme alle paar Wochen ein Osteoporose Mittel namens Ibandronsäure in die Vene verpasst. Tja und das mit der Ernährungsumstellung ist ebenfalls eine wichtige (wenn nicht sogar elementarste) Stellschraube und im ersten Schritt verzichte ich jetzt einfach mal auf Milch und esse dafür mehr gute Fette und Kohlenhydrate. Alles im Hinblick auf eine basisch orientierte Lebensweise.

Mein neuer Speiseplan 

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Was vorher Hüttenkäse war, ist heute Hummus, Bohnenmus und Guacamole. Buttermilch ist heute Mandelmilch mit Zimt und Quark wurde zu Sojajoghurt (der ungesüßte von Sojade schmeckt mit Früchten und etwas Tahin ganz okay :-)). Im Allgemeinen möchte ich mich jedoch gar nicht zu sehr auf Alternativen versteifen, sondern vielmehr neue Lebensmittel entdecken und kombinieren. So spielen Avocado, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte eine große Rolle, ebenso frisches Gemüse (vor allem in grünem Gemüse steckt viel Kalzium) und Obst. Und hin und wieder Fisch und Geflügel liefern ebenfalls viele wichtige Nährstoffe.

Fazit nach vier Wochen

Meine Haut wirkt reiner, mein Magen macht weniger blähende Kapriolen und kulinarisch fehlt es mir nach einigen (eher semileckeren) Experimenten an nichts mehr. Bis auf den Hüttenkäse, naja. Ich erlebe einige Ahaaaa- und Mhhhhhhh-Momente in der Küche. Zum Beispiel beim Frühstück! Wer hätte gedacht, dass ein Porridge mit Mandel- oder Hafermilch derart lecker schmeckt, wenn man es nur richtig zubereitet und pimpt! Wer braucht da noch ein Pfund Quark? Höchstens eine Rezeptidee, welche Ihr unter dem Artikel findet.

Generell sind Haferprodukte meine neuen Freunde – sie sind sehr schonend verarbeitet, behalten daher ihre natürlichen Nährstoffe und versorgen Sportler mit der notwendigen Energie und wichtigen Nährstoffen. Vor dem Workout (z.B. vor einer Rennradtour oder einem längeren Lauf) wird der Körper auf das Training vorbereitet und danach die Regeneration der beanspruchten Muskeln beschleunigt. Das Beste daran ist aber seine Vielseitigkeit. Habt Ihr z.B. schon mal Hafercookies gebacken? Bester Snack zwischendurch und in weniger als 30 Minuten fertig.

Jedenfalls freue ich mich auf mein gesünderes, ausbalanciertes Leben und irgendwann, das ist mein Ziel, werde ich natürlich auch wieder Joghurt und Hüttenkäse essen – denn in einem gesunden Maß hat Milch sicher noch niemandem  geschadet (außer natürlich den 15% Laktose-Intoleranten). Mir aber derzeit schon, deshalb ist Konsequenz erst einmal die richtige Entscheidung. I’ll keep you posted 🙂


Rezept für mein morgendliches Energiebündel 

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  • 200ml Mandelmilch (ungesüßt sehr kalorienarm!) oder Hafermilch (massig Kohlenhydrate, also vor dem Sport keine schlechte Wahl)
  • 30g feine Haferflocken
  • 200g Blau- und/oder Himbeeren
  • 1 süßlicher Apfel (z.B. Golden Delicious)
  • 1 EL geröstete Hanfsamen
  • Alternativ: 1 EL Mandelblättchen
  • Etwas Zimt und Vanille

Milch in einem Topf erhitzen und Haferflocken langsam einrühren, sanft köcheln lassen, bis ein Brei entsteht. Mit Zimt und Vanille würzen. Geschnittenen Apfel und 3/4 der Beeren in den Topf geben und in eine Schale geben. In einer beschichteten Pfanne Hanfsamen anrösten und über das Porridge geben. Mit den restlichen Beeren dekorieren.

Wer mag bzw. den Energiegehalt noch etwas erhöhen will, gibt noch eine geschnittene Banane in das Porridge. Schmeckt außerdem unvergleichbar gut!

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