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Ich bin ein Quark Junkie

Es fängt morgens beim Müsli an und hört abends bei Hüttenkäse mit Früchten auf. Bei den Hauptmahlzeiten achte ich (natürlich!) zudem immer darauf, Fisch, Fleisch oder Hülsenfrüchten zum Hauptbestandteil des Essens zu machen. Auch hier bieten sich oft Hüttenkäse und Co. als nahrhaften Dip an. So kommt man schnell nicht nur auf gut ein Kilo Milchprodukte am Tag, sondern insgesamt auf stolze 200 bis 250 Gramm Eiweiß.

Aber ist doch schließlich wichtig als Sportler, genug davon zu essen, um 1. schneller zu regenerieren, 2. lange satt zu werden und 3. schlanke, fettfreie Muskeln aufbauen zu können. Ach ja! Und der Körper kann Proteine im Gegensatz zu Fett und Kohlenhydraten gar nicht zur Energiegewinnung nutzen. Deshalb scheidet er, schlau wie er ist, den Überschuss einfach wieder aus. Damit habe ich sozusagen eine Quark-Flatrate. Wie praktisch! 

Genau davon war ich bis vor kurzem überzeugt. Kein Wunder! Schließlich suggerieren dir die Fitnesswelt und Medien jeden Tag, wie unverzichtbar der Supernährstoff für dich ist und welch schlank machende Wirkung er auf dich hat. Und das Beste daran, dachte ich: Je mehr Eiweiß ich esse, desto mehr kann ich auf Kohlenhydrate sowie Fett verzichten und unnötige Kalorien sparen. So stellte ich nach und nach meine Ernährung in den vergangenen Monaten um, steigerte meinen Eiweißkonsum und reduzierte dafür die Menge an Kohlenhydrate.

Als ich jedoch zufällig auf einen Artikel über die „wichtigsten Fehler bei der LowCarb Ernährung“ auf Foodpunk.de gestoßen bin, wurde ich skeptisch und hinterfragte seit langen einmal wieder meine Ernährungsweise.

Esse ich zu viel des Supernährstoffes?

Eiweiß ist der wichtigste Baustein, wenn es um den Aufbau und Regeneration von Körperstrukturen geht. Haut, Organe, Muskeln, Blut – das sind nur ein paar der Bereiche, in denen Eiweiße eine entscheidende Rolle spielen.

Fakt ist aber, dass ich zuletzt täglich bis zu 5 Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht zu mir nahm – empfohlen sind selbst für sehr aktive (Kraft) Sportler aber maximal 2 Gramm. Wenn man bedenkt, dass eine 500 Gramm Packung Quark auf 65 Gramm Proteine kommt, 500 Gramm Brokkoli auf 15 und 100 Gramm Hühnchenbrust auf 23. Da ist mein Bedarf mit allerhöchstens 100 Gramm schon lange gedeckt. Auweia….

Durchforstet man weiter das Netz auf Nebenwirkungen und Konsequenzen durch einen Überkonsum an Eiweiß, findet man die schrecklichsten Dinge. Von angegriffenen Nieren, belasteten Lebern, entzündeten Gelenken, nervenden Schlafstörungen bis hin zu Krebserkrankungen und Gelbsucht ist alles dabei. Aber auch gegenteilige Meinungen tauchen auf: Es gibt wohl keine Langzeitstudien, die beweisen, dass zu viel Eiweiß den Körper kaputt macht. Total verwirrend und verunsichernd.

Die Menge macht das Gift

Jedenfalls muss ich mir wieder einmal ein eigenes Bild machen. Fakt ist, dass ich mich nach wie vor fit und gesund fühle. Doch gelbe Finger, häufige Schweißausbrüche in der Nacht, Blähungen und nervenzehrende Gelenkentzündungen zeigen mir ganz offenbar, dass etwas nicht in Ordnung ist. Nächste Woche gehe ich zum Arzt und lasse einmal checken, ob hier ein Zusammenhang besteht.

Und bis dahin beziehungsweise grundsätzlich reduziere ich meinen Eiweißkonsum drastisch. 5 Gramm können einfach nicht gesund sein. Ne Süßkartoffel anstatt nem Container Quark ist eh leckerer. Und sicher gesünder. Um das zu wissen, muss man noch nicht mal zum Arzt. Denn wie bei allem gilt auch hier: Die Menge macht wie immer das Gift.

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2 thoughts on “Ich bin ein Quark Junkie”

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